Kleiner Elefantenbulle musste eingeschläfert werden

19. Juni 2017

Quelle: ksta.de

Wie am späten Sonntagabend bekannt wurde, musste der kleine Elefant eingeschläfert werden.
Am Sonntag war das Jungtier nachmittags plötzlich sehr schwach geworden und bekam Durchfall. Das Team um Zoo-Tierärztin Sandra Langer, die Tierpfleger und Zoodirektor Theo Pagel hat sich daraufhin entschlossen, das Jungtier einzuschläfern – ein Entschluss, der „unumgänglich war und der trotzdem allem sehr schwer fiel“, so Pressesprecher Christoph Schütt.

Nabelentzündung als mögliche Ursache

Als Grund für die Verschlechterung des Zustands wird eine Nabelentzündung bei dem kleinen Elefanten vermutet. Näheres soll am Montag eine Untersuchung ergeben. Das Jungtier soll in die Tier-Pathologie gebracht werden.

„Wir wollen feststellen, was darüber hinaus hinter der Schwäche steckt und ob möglicherweise zusätzlich noch etwas entdeckt wird, das wir von außen nicht erkennen konnten. Denn es ist ungewöhnlich, dass sich anfänglich kein Elefant der Herde richtig gekümmert hat“, so Tierärztin Sandra Langer. Das Ergebnis der veterinärpathologischen Untersuchung wird vermutlich innerhalb der kommenden 14 Tage vorliegen.

Jungtier wurde allein gelassen

Anders als sonst üblich waren weder Mutter noch andere Herdenmitglieder nach der Geburt bei dem neugeborenen Jungtier geblieben. Die Mutter, Leitkuh „Kreeblamduan“, hat ihr Kind nicht akzeptiert. Um beiden Ruhe zu geben und unnötige Einflüsse von außen durch andere Herdentiere zu vermeiden, wurden Mutter und Kind nach einer ersten Zusammenführung wieder separiert.

Der Zoo sperrte zudem den Innenbereich des Elefantenparks und richtete eine 24-stündige Aufsicht ein, die sich um Mutter und Jungtier kümmerte. Rund um die Uhr konnte man so bis zum Samstagmorgen sicherstellen, dass das Jungtier regelmäßig bei der Mutter trank. Nur noch hin und wieder wies Mutter „Kreeblamduan“ ihren Sohn ab. Nachdem sich so der Kontakt intensiviert hatte und der kleine Bulle durch die Muttermilch zu Kräften gekommen war, war Zoo-Vorstand Theo Pagel „zu 90 Prozent“ davon ausgegangen, dass alles gut werde.
Team im Kölner Zoo hat sich mit anderen Elefantenfachleuten besprochen

Pagel: „Alle haben getan, was man tun konnte, um den kleinen verwaisten Bullen zur Mutter zu bekommen.“ Selbstverständlich hätte sich das Team mit anderen Elefantenfachleuten besprochen und sei in seinem Vorgehen bestärkt worden, sagt der Zoo-Vorstand. Es sei alles nach Plan gelaufen, „bis das Junge sehr plötzlich abbaute. Wir waren am Sonntagnachmittag alle sehr überrascht von der Wendung und sind sehr traurig.“

Todesfälle wie der des jungen Bullen können vorkommen und passieren auch im Freiland, betont Zoo-Pressesprecher Christoph Schütt. (red)