Fehlende Mutterinstinkte bei Kreeblamduan

13. Juni 2017

Quelle: wdr.de/nachrichten

Der am Montag (12.06.2017) im Kölner Zoo geborene Elefantenbulle hat die Nacht gut überstanden. Das teilte der Zoo am Dienstag (13.06.2017) mit. Das noch namenlose Jungtier trinke mittlerweile gut. Allerdings nur im Beisein der Tierpfleger, die immer wieder für die nötige Nähe zwischen Mutter „Kreeblamduan“ und ihrem Kind sorgten. „Kreeblamduan“ kümmert sich nach Zooangaben nicht um das Jungtier.

Wir tun alles in unseren Möglichkeiten stehende und haben extra eine Nachtwache mit Tierpflegern eingerichtet„, erklärt Zoodirektor Theo Pagel am Dienstag. „Diese Maßnahme war erfolgreich. Die Mutter lässt das Jungtier im Beisein der Tierpfleger regelmäßig trinken, sodass wir den Bullen gut über die ersten 24 Stunden gebracht haben.

Übernimmt eine „Tante“ die Aufzucht?

Sollte „Kreeblamduan“ das Jungtier nicht annehmen, besteht die Möglichkeit, dass eine der anderen Kühe der Herde als „Tante“ die Aufzucht und Fürsorge übernimmt. Das kommt auch in der Natur immer wieder vor. Zudem wäre auch eine Handaufzucht durch die Zoopfleger möglich.

Elefantenhaus geschlossen, Rest der Herde im Außengehege

Um Störungen von außen zu vermeiden, bleibt das Kölner Elefantenhaus bis auf Weiteres geschlossen. Auch der Livestream aus dem Elefantenhaus wurde abgeschaltet. „Wenn Elefanten ein Neugeborenes haben, ist das immer eine besondere Situation, die man nicht bis ins Letzte vorhersehen kann. Es sieht zwar derzeit alles ruhig aus, aber falls es doch zu Komplikationen kommen sollte, wollen wir das nicht live ins Internet übertragen„, sagte ein Zoosprecher am Dienstag dem WDR. Alle anderen Elefanten der Herde, darunter auch die drei in diesem Jahr geborenen Jungtiere „Jung Bul Kne“, „Moma“ und „Kitai“, sind wie gewohnt auf der Außenanlage des Elefantenparks zu sehen.

Anderes Jungtier in Wassserbecken gefallen

Der erst sechs Tage alte „Kitai“ hatte am Montag für Aufsehen gesorgt, als er in ein Wasserbecken gefallen war und nicht mehr alleine herausklettern konnte. Da die Herde nicht sofort zur Hilfe kam, mussten Pfleger das Tier aus dem Becken hieven. „Kitai“ gehe es inzwischen wieder bestens, teilte der Zoo mit.

Kölner Elefanten im „geschützten Kontakt“ gehalten

Das Elefantengehege im Kölner Zoo wurde 2004 eröffnet. Die gesamte Anlage ist laut Zooangaben 20.000 Quadratmeter groß. Seit der Eröffnung wurden dort elf Jungtiere geboren. Der Verein „Elefantenschutz Europa“, der sich für eine artgerechte Elefantenhaltung einsetzt, bezeichnete die Kölner Anlage nach der Eröffnung als vorbildlich. Die Elefanten in Köln werden im „geschützten Kontakt“ gehalten. Abgesehen von Trainings- und Pflegezeiten ist die Herde unter sich, der Kontakt mit den Pflegern ist auf ein Minimum beschränkt und findet in der Regel durch Schutzgitter statt. Der Pfleger ist dabei nicht das dominante „Ersatz“-Leittier, die Rangordnung der Herde bleibt intakt.

Stand: 13.06.2017, 12:55